Das Sicherheitsbedürfnis in Deutschland erreicht ein Rekordniveau, und Unternehmen sehen sich weiter mit realen physischen Einbrüchen konfrontiert. Zugleich wächst der Druck, Sicherheitstechnik nachweisbar belastbar auszuwählen und Schutzkonzepte für kritische Infrastrukturen mitzudenken. Für Errichterbetriebe heißt das vor allem: Lösungen müssen nicht nur funktionieren, sondern auch nachvollziehbar begründet werden.
Physische Risiken bleiben für Unternehmen ein zentrales Thema
Der Sicherheitsmonitor 2026 zeigt ein klares Bild: Sicherheit ist kein Randthema, sondern für viele Unternehmen ein praktischer Handlungsauftrag. 45 Prozent der befragten Unternehmen waren in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal von einem physischen Einbruch betroffen. 42 Prozent schätzen die Gefahr eines physischen Einbruchs als hoch ein. Das betrifft genau die Bereiche, in denen Errichterbetriebe täglich arbeiten: Einbruchmeldetechnik, Videoüberwachung, Zutrittskontrolle und mechanische Ergänzungen.
Entscheidend ist dabei nicht nur die Technik selbst, sondern die Frage, wie sie in ein belastbares Schutzkonzept eingebunden wird. Denn die Studie macht deutlich, dass physische und digitale Risiken zusammen gedacht werden sollen. Für Betriebe im Markt heißt das: Die reine Produktfrage reicht nicht aus, wenn Kunden Lösungen für reale Bedrohungen erwarten.
Die Zahlen zeigen, wo der Bedarf konkret ist
Mehrere Werte aus der Befragung ordnen die Lage ein. 78 Prozent der Deutschen geben an, ein starkes Sicherheitsbedürfnis zu haben. 2024 waren es 73 Prozent, 2025 bereits 77 Prozent. Bei Privatpersonen berichten 13 Prozent von mindestens einem Einbruch in den vergangenen zwei Jahren. Gleichzeitig planen Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten konkrete Investitionen, unter anderem in Sicherheitskameras mit 29 Prozent und in Einbruchmeldetechnik mit 16,3 Prozent.
Für Errichterbetriebe ist das ein Hinweis auf eine anhaltende Nachfrage nach umsetzbaren Sicherheitsmaßnahmen. Auch Schließsysteme und Türzusatzsicherungen liegen mit jeweils 15,5 Prozent in der Investitionsplanung. Im Mittelpunkt steht also nicht ein abstraktes Sicherheitsgefühl, sondern die Frage, welche Maßnahme im konkreten Umfeld den größten Nutzen bringt.
Zertifizierung, KRITIS und die Frage nach belastbaren Lösungen
Ein zentrales Stichwort im Sicherheitsmonitor ist Zertifizierung. Gemeint ist die unabhängige Prüfung eines Produkts als Vertrauensanker. Bei Privatpersonen ist sie mit 38 Prozent erstmals das meistgenannte Kaufkriterium, bei Unternehmen nennen 29 Prozent sie als wichtiges Kriterium. Weitere relevante Punkte sind Datenschutz, Wartung und die einfache Integration von Sicherheitstechnik.
Daneben rückt der Schutz kritischer Infrastrukturen in den Fokus. 60 Prozent der Privatpersonen bewerten den Schutz vor außergewöhnlichen Krisen wie Sabotage, Krieg oder großflächigen Ausfällen als eher oder sehr schlecht. Rund die Hälfte der Unternehmensvertreter sieht Verbesserungsbedarf. Das ist kein Detailthema, sondern ein Hinweis darauf, dass belastbare, nachvollziehbare Systeme gefragt sind.
Welche Maßnahmen und Faktoren im Text genannt werden
Der Sicherheitsmonitor nennt mehrere Ebenen, auf denen Sicherheit entsteht. Dazu gehören sichtbare und technische Maßnahmen im öffentlichen Raum ebenso wie Investitionen in Unternehmen. Genannt werden unter anderem:
- gute Beleuchtung mit 57 Prozent als stärkster Faktor für Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum,
- sichtbare Polizeipräsenz mit 45 Prozent,
- Videoüberwachung mit 39 Prozent,
- Sicherheitskräfte beziehungsweise Ordnungsdienste mit 38 Prozent.
Für den Markt bedeutet das: Sicherheitsgefühl entsteht nicht nur durch ein einzelnes Produkt. Es entsteht durch das Zusammenspiel von Gestaltung, Präsenz und Technik. Genau an dieser Stelle liegt für Errichterbetriebe die praktische Aufgabe, Anlagen nicht isoliert zu betrachten, sondern im Zusammenspiel der Maßnahmen einzuordnen.
Was Unternehmen und Institutionen daraus ableiten
Die Studie verweist auch auf die Rolle von Organisationen und Institutionen. Der VDMA betont, dass bei Unternehmenssicherheit nicht nur über Cyberrisiken gesprochen werden darf. Die Messe Essen verweist auf die Notwendigkeit, Schutzkonzepte weiterzuentwickeln, und nennt auf der Security Essen rund 500 Aussteller mit Lösungen von Videoüberwachung über Einbruchschutz und Zutrittskontrolle bis zu vernetzten und KI-gestützten Sicherheitssystemen. Zusätzlich wird das Format „KRITIS Spotlight“ genannt, in dem Experten erläutern, wie kritische Infrastrukturen stärker gesichert werden können. Wer solche Entwicklungen einordnen will, findet auch im Austauschformat von Veranstaltungen einen passenden Rahmen.
Für Unternehmen bleibt damit vor allem die Frage, wie sich Zertifizierung, Integration und Wartung im Alltag sauber zusammenbringen lassen. Der Monitor liefert keine Patentlösung, aber er zeigt klar, welche Anforderungen an Technik und Konzept heute im Vordergrund stehen.
Der Sicherheitsmonitor 2026 zeigt: Unternehmen reagieren bereits mit Investitionen, aber die Anforderungen an Technik, Nachweisbarkeit und Integration steigen weiter. Für Errichterbetriebe ist das eine Aufgabe mit hoher Praxisnähe, weil Kunden belastbare Antworten auf reale Risiken erwarten. Wie andere inhabergeführte Betriebe mit diesen Fragen umgehen, zeigt sich oft erst im Austausch – genau dafür steht The Circle of Security Professionals, und wer den Blick weiten will, findet weitere Informationen unter Über uns.
Quelle: VdS