Steigende Unsicherheit bei der Erbschaftsteuer kann die Kosten und Planbarkeit von Betriebsübergaben verändern – und genau deshalb erhebt der ZDH jetzt Daten: In einer anonymen Betriebsumfrage werden Vermögensstruktur, Ertragslage und Nachfolgesituation im Handwerk erfasst. Für Inhaber ist das eine Gelegenheit, mit minimalem Aufwand zur sachlichen Grundlage der politischen Debatte beizutragen.
Das Bundesverfassungsgericht prüft derzeit steuerliche Privilegien für Firmenerben; parallel werden politische Reformüberlegungen diskutiert. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) führt deshalb bis zum 8. Dezember 2026 eine anonyme Betriebsumfrage zur Erbschaftsteuer durch.
Laut ZDH dauert die Beantwortung etwa 15–20 Minuten und sollte am PC, Laptop oder Tablet erfolgen. Zur Beantwortung empfiehlt der Verband die letzten zwei Jahresabschlüsse beziehungsweise die Einnahmen-Überschuss-Rechnungen oder eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) mit Mehrjahresvergleich. Es werden keine exakten Beträge gefordert – vielmehr nach groben Wert- und Größenspannen –, und die Teilnahme ist anonym; eine Rückverfolgung einzelner Betriebe sei nicht möglich. Die Ergebnisse werden wissenschaftlich durch das Deutsche Handwerksinstitut (DHI) ausgewertet, damit der ZDH stärker und faktenbasiert gegenüber Politik und Öffentlichkeit auftreten kann.
Bastian Fricke bewertet die Umfrage als ein pragmatisches Instrument: In einer politischen Auseinandersetzung sind aggregierte, belastbare Zahlen das, was Gespräche mit Entscheidern überhaupt erst möglich macht. Für Inhaber bedeutet das: 15–20 Minuten vorbereiten können sich rechnen, weil sie der Branche faktische Argumente liefern.
Aus unternehmerischer Sicht empfiehlt er drei unkomplizierte Schritte: Erstens die benötigten Unterlagen kurz sichten (letzte zwei Jahresabschlüsse oder EÜR bzw. eine BWA mit Mehrjahresvergleich). Zweitens konzentriert und anonym antworten — es werden keine exakten Werte verlangt, nur Spannengruppen. Drittens die Teilnahme als Teil der Nachfolgeplanung betrachten: Die Umfrage liefert kein individuelles Ergebnis, stärkt aber die kollektive Position, wenn viele Betriebe mitmachen. Wer Klarheit schaffen will, tut gut daran, diesen vergleichsweise kleinen Aufwand jetzt einzuplanen.
Diskussion: Haben Sie die geforderten Unterlagen (letzte zwei Jahresabschlüsse / EÜR oder BWA) kurzfristig verfügbar, und welche betriebswirtschaftlichen Kennzahlen halten Sie in einer anonymen Umfrage für besonders aussagekräftig, um die Situation von Errichterbetrieben realistisch abzubilden?
Quelle: handwerk.com