Mutmaßlicher Hackerangriff auf Krankenhaus in Bayern

  • Januar 12, 2026

Die Kreisklinik im mittelfränkischen Roth wurde vermutlich Ziel eines Hackerangriffs. Die Verbindung nach außen wurde gekappt, statt auf digitale Kommunikationsmittel musste wieder auf FAX und Papier zurückgegriffen werden. 

Kreisklinik Roth unterbricht Internetzugang: Präventive Maßnahmen zum Schutz der IT-Systeme

Die Kreisklinik des Landkreises Roth in Mittelfranken hat am 7. Januar vorsorglich ihre Internetverbindung nach außen getrennt. Hintergrund ist ein möglicher externer Zugriff auf das interne IT-Netzwerk, wie Klinik und Landratsamt am Folgetag mitteilten. Die Vorstandsvorsitzende Nadine Ortner betont: „Die stationäre Patientenversorgung sowie der Betrieb des Medizinischen Versorgungszentrums sind nicht betroffen und laufen regulär weiter.“

Analoge Abläufe sichern die Versorgung

Um mögliche Risiken zu minimieren, greift die Klinik derzeit auf analoge Verfahren zurück: Laborergebnisse werden per Fax übermittelt, Rezepte und Krankschreibungen ausgedruckt. Die Notaufnahme war vorübergehend nicht verfügbar, da beispielsweise der Versand radiologischer Aufnahmen nicht möglich war. Notfälle werden in umliegende Krankenhäuser umgeleitet. Das Landratsamt betont: „Die Notfallversorgung in der Region bleibt gewährleistet.“

Sicherheitsmechanismen im Einsatz

Die bisher eingesetzten Schutzmaßnahmen, darunter Antivirensoftware und Netzwerksicherheitsprotokolle, haben ordnungsgemäß funktioniert. Ein kurzfristiger externer Zugriff kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Deshalb werden aktuell umfassende interne und externe Prüfungen durchgeführt. Die IT-Abteilung reagierte sofort nach dem Verdacht, informierte die gesetzlich vorgeschriebenen Stellen – darunter die Cybercrime-Abteilung des Landeskriminalamts (LKA), die Datenschutzaufsicht und das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – und zog externe IT-Forensiker hinzu.

Landeskriminalamt ermittelt

Das LKA Bayern hat in Abstimmung mit dem Innenministerium strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Ermittler waren bereits am Mittwochnachmittag vor Ort. Ortner unterstreicht: „Die Trennung der Internetverbindung schützt unsere Systeme und ermöglicht eine strukturierte, sorgfältige Überprüfung.“ Landrat Ben Schwarz lobt die schnelle, koordinierte Reaktion: „Das Patientenwohl steht an oberster Stelle.“

Zusammenfassung und Empfehlungen

Noch ist nicht sicher, ob es sich wirklich um einen Hackerangriff gehandelt hat. Auszuschließen ist das aber nicht, denn auch Krankenhäuser und andere lebensnotwendige Einrichtungen werden immer wieder Ziele von Angriffen. Bewährt hat sich die Möglichkeit, im Notfall wieder auf analoge Mittel zurückzugreifen. 

Quelle: kma online