Zuwenige Bewerber
Die DIHK-Ausbildungsumfrage 2026 zeigt ein klares Bild: Unternehmen wollen weiter ausbilden, doch viele Stellen bleiben leer. Von den 14.000 befragten Firmen halten sieben von zehn ihr Ausbildungsangebot mindestens auf Vorjahresniveau. Allerdings bleibt fast jede zweite Lehrstelle unbesetzt.
Damit verschiebt sich das Problem. Nicht fehlende Ausbildungsplätze bremsen den Nachwuchs, sondern der Mangel an geeigneten Bewerbern. Zwei Drittel der Betriebe mit Besetzungsproblemen nennen diesen Punkt als Hauptgrund.
Welche Defizite Betriebe bei Bewerbern sehen
Bereits seit vielen Jahren treten weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt ein, als ältere in Ruhestand gehen. Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr für ein Studium, auch das reduziert die Zahl von potenziellen Auszubildenden.
Hinzu kommt, dass Betriebe immer häufiger Defizite bei diesen Bewerbern sehen. Die Umfrage nennt mehrere Bereiche, in denen Unternehmen mangelnde Fähigkeiten feststellen. Jeder zweite Ausbildungsbetrieb bemängelt Schwächen bei Belastbarkeit und Sozialverhalten. Fast genauso viele sehen Lücken bei kognitiven Grundfertigkeiten. Vier von zehn Firmen stoßen zudem auf Defizite in Mathematik, Deutsch oder Wirtschaftswissen. Die Quelle ordnet diese Fähigkeiten als Grundlagen ein, die eigentlich in der Schule vermittelt werden sollten. Für Betriebe bedeutet das: Sie müssen mehr Zeit und Unterstützung in den Einstieg investieren.
Die Konjunktur schwächt die Ausbildungsbereitschaft nicht vollständig, sie wirkt aber teilweise. Unter den Firmen mit negativen Geschäftserwartungen reduziert jede fünfte ihr Angebot deutlich, vier von zehn davon insgesamt. Der überwiegende Teil hält dennoch an der Ausbildung fest.
Welche Maßnahmen die Betriebe selbst ergreifen können
Den Trend zum Studium oder auch die Qualität der Bewerber können Unternehmen nicht beeinflussen. Doch hilflos sind sie nicht. Drei von vier Unternehmen mit festgestellten Schwächen nehmen Azubis mit Startschwierigkeiten trotzdem auf und finanzieren Nachhilfe aus eigener Tasche. Das zeigt, dass viele Betriebe den Bedarf an Fachkräften nicht einfach aufschieben können und außerdem bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Welche Erfahrungen haben Sie mit solchen Initiativen gemacht? Unsere Veranstaltungen bei The Circle können für den Austausch über solche Themen ein sinnvoller Rahmen sein.
Hinzu kommt ein wichtiger Punkt für die Bindung von Nachwuchs: Rund zwei Drittel der Betriebe übernehmen ihre Azubis nach erfolgreichem Abschluss. Mehr als 80 Prozent unterstützen sie später sogar bei weiterer Qualifizierung.
Die DIHK-Ausbildungsumfrage 2026 zeigt damit vor allem eines: Viele Unternehmen möchten weiter ausbilden, finden aber nicht genug geeignete Bewerber. Gleichzeitig müssen sie bei den vorhandenen Kandidaten immer häufiger Grundlagen nachziehen. Für Betriebe bleibt die duale Ausbildung wichtig, aber sie wird unter diesen Bedingungen aufwendiger. Werden Sie Teil von The Circle und diskutieren Sie mit uns über praktische Lösungen für den Bewerbermangel.
Quelle: Markt und Mittelstand